Mit Tieren im Auto unterwegs – das musst du dazu unbedingt wissen

Hund-am-Autofenster

Schaut superwitzig aus, ist aber verboten.

Das Fenster ist offen, der Fahrtwind weht dem Bello um die Ohren – es ist einfach ein herrliches Bild. Was aber so richtig fesch wirkt und auch sicher einige schöne Fotos am Ende ergibt, wird schnell zum großen Problem. Sowas, was du auf dem Foto rechts zum Beispiel sehen kannst, ist nämlich eigentlich strengstens verboten.

Bis zu 5.000 € Strafe gilt es dann zu zahlen, denn Tiere im Auto fallen unter die Bestimmungen der Ladungssicherungspflicht.

Klar, irgendwo logisch. Niemand weiß, wie der sonst so brave und zahme Hund reagiert, wenn er sich erschreckt. Dann hüpft er dir vielleicht auf den Schoß und du baust einen Unfall deswegen. Oder dir fährt jemand ins Auto und den Hund schleudert es durch die Windschutzscheibe. Während er einen Unfall im Kofferraum durch einen massiven Käfig womöglich gut überstanden hätte, kann das wiederum tödlich für ihn enden. Ein fürchterlicher Gedanke.

Und hierbei endet es noch nicht. Auch für Ersthelfer sind Tiere im Auto eine große Gefahrenquelle. Warum das so ist, hat das Hund Katze Maus Magazin von BYC erklärt. Den Artikel dazu findest du hier.

Nicht alle Tiere sollten im Auto mitgeführt werden

Das Problem beginnt ja bereits bei der Frage, welche Tiere überhaupt im Auto transportiert werden sollten.

Natürlich, beim Tierarzt hat man nicht immer die Möglichkeit, einen Hausbesuch zu erhalten. Du solltest dich zwar bestenfalls danach umschauen, aber in einigen Situationen geht das nicht. Dann bringst du das Tier durch eine entsprechende Transportbox zu ihm. Die gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Ausführungen. In der typischen Katzenbox können schließlich sogar Kleintiere und Vögel untergebracht werden.

Du musst nur darauch achten, dass du kein Nagetier in eine Box mit Gitterstäben verfrachtest. Die beinhalten nämlich oft Quecksilber und das ist nicht gesund für die Tiere, wenn sie dran rumkauen.

Hunde und Katzen können ansonsten noch durch Gitter oder Netze im KFZ gesichert werden. Auch Spezialgurte, die extra auf das Tier abgestimmt sind, erlaubt der Gesetzgeber. Den Beifahrergurt hingegen darfst du dazu nicht verwenden. Im Ernstfall könnte das schlimme Verletzungen für das Tier bedeuten.

Es geht auch um die Sicherheit des Tieres

Musst du plötzlich bremsen, verbleibt der Hund gemütlich in seinem abgetrennten Bereich. Außer, dass es ihn etwas gegen die Wand der Rückbank drückt, passiert da nicht viel. Gleiches gilt auch für die Katze. Außerdem kannst du die Tierbox im Kofferraum entsprechend auspolstern.

Wichtig: Kommt es mal zum Unfall, muss die gesamte Box getauscht werden, damit ihre Stabilität auch weiterhin gewährleistet wird. Auch hier geht es um die Sicherheit deines Vierbeiners.

Was du dabei haben musst

Je nachdem, wo die Reise hingeht, musst du natürlich verschiedene Dinge bei dir führen.

Neben Leinen- und Maulkorbpflicht in ganz Österreich musst du innerhalb der EU deinen Heimtierpass dabei haben. Auch in Deutschland schreiben viele Bundesländer die Leinenführung vor.

Geht es über die Landesgrenze von Österreich hinaus, brauchst du außerdem eine nachweisliche Tollwutimpfung. Einige Länder schreiben einen Mikrochip vor, aber den hast du als österreichischer Hundebesitzer ohnehin schon dem Tier zuweisen lassen.

Großbritannien, Irland, Malta und Finnland verlangen bei der Einreise von Haustieren einen Nachweis über die Behandlung von Parasiten. Sprich, du musst von deinem Tierarzt abklären lassen, dass das Tier in dieser Hinsicht gesund ist und einen Nachweis mitführen.

Weitere wichtige Infos findest du in unserem Artikel über den Urlaub mit dem Hund.

Sorg für Schatten, Pausen und eine angenehme Temperatur im Wagen

Am besten geht es schon früh auf die Reise, wenn die Sonne noch nicht ihren höchsten Punkt erreicht hat. Sorge dafür, dass das Tier genügend Schatten bekommt. Lass vielleicht sogar die Scheiben im hinteren Bereich des KFZ abdunkeln, wenn das Tier oft mit an Bord ist.

Viele Tiere regulieren durch Hecheln (Hund, Katze) oder mit ihrem Speichel (Hamster) die Körpertemperatur. Unterstütze sie dabei, sich nicht zu übernehmen, indem du die Klimaanlage laufen lösst und die Tiere nicht im Auto zurücklässt.

Ein Tierarzt machte den Selbstversuch: Nach nicht einmal einer Minute hatte das Auto im geparkten Zustand eine unerträgliche Hitze im Innenraum!

Pausen brauchen die Tiere, um sich mal um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Gassi, Beine vertreten, einen Schluck Wasser – du kennst dein Tier am besten.

Geht die Reise über viele Stunden, solltest du überhaupt größere Zwischenstops einlegen. Kehre vielleicht in einer kleinen Pension ein, das tut auch dir gut, wenn du nicht zehn Stunden am Stück hinter dem Lenkrad sitzen musst.

1×1 des Hitzschlags: So erkennst du ihn bei deinem Tier

Die üblichen Tiere, die man im Auto und damit auf Reisen mitnimmt, reagieren im Fall eines Hitzschlags immer gleich.

So kündigt er sich an:

  • Starkes Hecheln bzw. Maulatmung (schneller und mehr als üblich)
  • Unruhe, Aufgekratztheit
  • Tier sucht panisch nach schattigen Plätzen
Das passiert beim Hitzschlag:

  • Flache Atmung
  • Herzrasen oder zu schneller Puls
  • Tier wirkt apathisch
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Gleichgewichtsprobleme
  • der ganze Körper krampft
  • das Tier wird bewusstlos

Selbstredend musst du in dem Fall dann unbedingt einen Not-Tierarzt verständigen. Sofern das Tier noch bei Bewusstsein ist, kannst du versuchen, es abzukühlen. Verliert es dieses jedoch, wird die Situation bereits lebensgefährlich.

Tierkliniken mit einem 24/7 Notdienst findest du auf petdoctors.at.
Written by Barbara
Bereits seit ihrem 4. Lebensjahr wird Barbara von tierischen Freunden durchs Leben begleitet. Durch ihr Zuhause wuseln im Moment zwei Zwergkaninchen in freier Wohnungshaltung. Außerdem lebt stets ein Hamster im Wohnzimmer.