Degu-artgerechte-Haltung

Dein Leitfaden für eine artgerechte Deguhaltung

Die Degus stammen aus Chile und gehören der Gattung der Strauchratten an. In Europa hält man sie seit Ende des 20. Jahrhunderts als Haustiere. Grundsätzlich gelten sie aber in Chile als endemisch, was bedeutet, dass sie nur in einem bestimmten, räumlich abgegrenzten Gebiet natürlich vorkommen.

Was du alles zu beachten hast, wenn du diese knuffigen Tierchen als Haustiere halten möchtest, erfährst du nun in diesem Leitfaden.

Die 3 wichtigsten Informationen rund um Degus

⦁ Degus werden durchschnittlich 6 – 8 Jahre alt.
⦁ Auch Degus sind sehr gesellige Gruppentiere und brauchen soziale Nähe und Körperkontakt ihrer Artgenossen. Daher mindestens zwei Tiere!
⦁ Degus können sehr laut sein, den ganzen Tag über – denn Nagen ist hier Hauptprogramm!

Wie viel kosten Degus?

Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich. Während in einem Zoofachgeschäft Degus um die 40€ pro Tier erhältlich sind (davon rate ich persönlich immer ab, du weißt nie woher sie tatsächlich kommen, etc.). Bei Züchtern musst du auch genau hinschauen, einige verkaufen Agoutis um die 25 € und besondere Farbschläge werden dementsprechend teurer. Vor ein paar Jahren gab es schwarze Degus nur um die 200 €. Generell ist ein Preis von 30 – 50 € angemessen.

Von wo bekommst du Degus?

Mittlerweile bekommst du Degus schon im normalen Zoofachgeschäft. Hier weißt du aber wie gesagt nie etwas zur Herkunft oder vorherigen Haltung. Seriöse Züchter zu finden bedarf erst einmal ein bisschen Recherche. Notstationen und Kleinanzeigen sind auch öfters erfolgreich, da es einige gibt, die eine gemischte Gruppe haben und dementsprechend ungewollten Nachwuchs bekommen haben. In Tierheimen sind auch ab und zu Degus zu bekommen, allerdings sind diese schon immer etwas älter.

Gruppenkonstellation – wie viele Tiere braucht es?

Es eignet sich eher eine Gruppe aus gleichgeschlechtlichen Tieren. Bei Böckchenhaltung sollten es allerdings Brüder sein, statt fremde Tiere, da die sich in der Regel weniger streiten.

Eine gemischte Gruppe von 2 – 3 Weibchen und ein Böckchen ist auch ideal, aber die Kastration eines Männchens ist komplizierter, als bei anderen Nagern, daher sollten diese auch nur im Ernstfall bei einem Tierarzt kastriert werden. Zudem sollte dies auch nur ein Tierarzt durchführen, der bereits Erfahrungen mit Degus hat!

Was kosten Degus im Monat?

Die Kosten im Monat variieren je nach Jahreszeit – im Sommer werden sie beispielsweise durch Frischfutter günstiger, als im Winter. Aber grundsätzlich kannst du davon ausgehen im Monat mindestens um die 50 € für zwei Degus auszugeben. Je nach Abnutzung der Inneneinrichtung musst du auch alle paar Monate neue Einrichtungsgegenstände erneuern.

Tierarztkosten können schnell in den dreistelligen Bereich wandern. Daher empfehle ich immer im Monat einen kleinen Teil zurückzulegen. Wie viel allerdings, musst du für dich selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass du was zurücklegst!

Bevor die Degus einziehen: das musst du vorbereiten

Das Gehege

Degus haben einen sehr starken Bewegungs- und Kletterdrang. Sie benötigen daher nicht nur genügend Grundfläche von mindestens 80cm Länge, sondern auch eine angenehme Höhe von 120 – 150cm Höhe.

Grundsätzlich gilt: pro Tier mindestens 0,5m²!

Je nachdem wie viele Degus du halten möchtest, musst du dich auch für ein Gehege oder Käfig entscheiden. Möchtest du einen Gitterkäfig? Träumst du schon lange von einem selbstgebauten Eigenbau? Oder doch ein Terrarium, in das du alles überblicken kannst?

Das teuerste ist und bleibt das Gehege der Nager. Je nachdem, ob du dich für einen Gitterkäfig, einen Eigenbau aus Holz oder ein großes Terrarium entscheidest: es kostet dich im Endeffekt am meisten. Geeignete Gitterkäfige fangen bei rund 150€ an. Ein geeignetes Terrarium beispielsweise liegt bei rund 300€.

Das Einstreu

Wichtig ist das richtige Einstreu zu finden. Da du nur etwa alle 3 bis 6 Wochen das Gehege reinigst (natürlich je nach Verschmutzung), muss das Einstreu einiges aushalten. Degus brauchen ihre Geruchsspuren. Nur die Pipiecken sollten zwei mal die Woche gereinigt werden. Das Einstreu muss mindestens eine Höhe von 15cm im Gehege haben, da die Degus sehr gerne und viel graben.

Ungeeignet als “Haupteinstreu” ist das bekannte Sägespäne, Holz- und Strohpellets, Hanfeinstreu oder Pflanzengranulat. Einige dieser Streuarten stauben zu sehr, fliegen nur herum und sind für einen Tunnelbau ungeeignet. Aber zum kombinieren mit anderen Einstreu geeignet.

Pflanzenfasern, Naturfasern und Callulose eignet sich gut. Baumwolleinstreu zum Beispiel ist eine gute Wahl.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Für Beschäftigung braucht es meistens nicht viel. Große Äste, Hängebrücken, Tunnel- bzw. Korkröhren oder Aquarienwurzeln bieten reichlich Abwechslung. Auch ein dickes Seil kannst du im Gehege befestigen, damit es nicht langweilig wird.

Einrichtung

Zur Einrichtung gehören Schlafplätze und Versteckmöglichkeiten. In der Regel setzt nicht du fest, wo deine Degus gerne schlafen, sondern sie entscheiden selbst. Kuschelhöhlen sind gut geeignet, aber auch normale Unterstände und Häuschen. Wenn ein Häuschen oder Unterstand auf einem Holzbrett steht, dann empfehle ich eine Hanfmatte drunter zu legen. Dient zum einen gut als Nistmaterial, zum anderen schont es das Holzbrett vor Urin.

Für die Abnutzung der Krallen eignen sich übrigens auch Stein- oder Gehwegplatten im Gehege. Diese bieten eine Abwechslung des üblichen Untergrundes und im Sommer wirken sie für de Tiere kühlend.

Laufräder

Auf keinen Fall darf ein Laufrad oder eine Drehscheibe im Gehege fehlen! Laufräder haben den Vorteil, dass sie am Käfig an der Seite befestigt werden können und wenig Platz wegnehmen. Drehscheiben dagegen sind rückenschonender und machen mit mehreren Degus darauf viel mehr Spaß – und können nicht angenagt werden.

Degus, die nur Laufräder kennen, brauchen erstmal Zeit, um sich an eine Drehscheibe zu gewöhnen – umgekehrt genauso.

Sandbadewanne

Degus lieben Sandbäder! Daher ist es auch sehr wichtig, dass du mindestens ein Sandbad im Gehege stehen hast. Hier kannst du die gängigen Futterschalen verwenden, das klassische Sandbadehäuschen oder du zweckentfremdest Blumentöpfe.

Nistmaterial

Zusätzliches Nistmaterial kannst du gerne im Gehege verwenden. Das meiste hast du bereits wie Heu,Stroh und eventuell Hanfmatten.

Wichtig: keine Hamsterwatte! Auch Degus können sich damit etwas abschnüren. Außerdem entwickeln sich schnell Pilze und Bakterien. Hamsterwatte ist nicht verdaulich und kann im Magen verklumpen. Auch keine Stoffreste nutzen! Diese sind auch unverdaulich und sie können auch Fäden ziehen.

Futter- und Trinknäpfe

Wichtig sind immer mehrere Futterschalen im Gehege anzubieten. Degus neigen sehr stark zu Futterneid und rangeln sich schon mal um das ein oder andere Korn.

Ob Trinkschale oder Trinkflasche? Das kommt ganz darauf an, ob du Platz im Gehege sparen möchtest, oder nicht. Trinkflaschen eignen sich sehr gut mit Wand- bzw. Gitterbefestigung. Allerdings können nicht mehrere Tiere an einer trinken. Die Trinkschale ist meiner Erfahrung nach sehr beliebter und schneller leer. Sie sollte nur erhöht stehen, sonst besteht die Gefahr zugebuddelt zu werden.

Transportbox

Wichtig ist ausserdem noch die Transportbox! Geeignet sind eher Transportkisten aus Holz oder welche mit überwiegend Gitterstäben. Die Plastikboxen eignen sich nur bedingt für Degu Transporte. Die üblichen Plastik Transportboxen werden sehr schnell durchgeknabbert und halten bei einem Transport kaum eine Stunde durch.

Was fressen Degus eigentlich?

Auch für Degus gibt es eine große Auswahl an Futter. Überwiegend allerdings im Internet. Da Degus eher karge Kost fressen, muss man da schon ein bisschen genauer hinschauen. Neben den normalen Trockenkräutern und Blüten brauchen Degus Keime, Sämereien, Getreide und Co. auf ihren täglichen Futterplan.

Gras und Wiesenkräuter sind nach Gewöhnung eine super Sache und im Sommer kostengünstig. Auch Kräuter, Blätter und Blüten kannst du ihnen anbieten, besonders letzteres war bei meinen immer der absolute Renner, ob frisch oder getrocknet! Aber auch einfache Zweige kannst du ihnen anbieten.

Auf den Speiseplan der Degus gehört kein Obst und keine Früchte, da Degus zu Diabetis neigen.

Der tägliche und wöchentliche TÜV

Auch bei den Degus darf ein täglicher und wöchentlicher TÜV – bzw. Gesundheitscheck nicht fehlen. Auch Degus gehören zu den Tieren, die erst zum Ende hin anzeigen, dass sie krank sind. Daher ist es sehr wichtig lieber früh als spät zu reagieren.

Der tägliche Check:

  • Kommt jedes Tier zum Futter?
  • Läuft jedes Tier normal?
  • Nutzt jeder das Sandbad und das Laufrad?
  • Haben alle einen guten Appetit?
  • Nehmen sie am Gruppenleben teil?
  • Sind alle neugierig, wie gestern?

Der wöchentliche TÜV:

  • Das Gewicht sollte wöchentlich kontrolliert werden. Ein Gewichtsverlust von um die 10g in der Woche ist völlig normal.
  • Die Ohren sollten sauber sein. Außen, sowie Innen sollte keinerlei Kruste oder Schmalz zu finden sein.
  • Die Nase & Zähne müssen kontrolliert werden. Zwischen den Schneidezähnen sollte keine Futterreste zu finden sein und sie sollten gut übereinander liegen. Die Nase sollte nicht feucht sein und auch schorffrei. Auch die Lippen sollten nicht krustig sein.
  • Die Augen sollten klar und unverklebt sein.
  • Taste vorsichtig den gesamten Körper des Degus ab. Achte dabei auf Tumore, Verdickungen oder Aufgasungen.
  • In der Afterregion auf verklebte oder nasse Stellen achten.
  • Bei Böckchen auf den Penis achten, manchmal wickeln sich Haare oder Einstreureste herum und verdicken die Stelle. In dem Fall vorsichtig reinigen oder den Tierarzt reinigen lassen, wenn du dir unsicher bist.

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Letzte Aktualisierung am 19.09.2021 um 02:26 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API