Das bedeutet die Körpersprache deiner Bartagame

Für viele Halter macht allein das Beobachten von Bartagamen sehr viel Spaß. Für uns Menschen ist die Körpersprache der Tiere jedoch nicht immer eindeutig. Bartagamen haben eine sehr vielseitige Körpersprache, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so scheint. Die Verhaltensäußerungen der Tiere kannst auch du richtig deuten und dadurch gezielt auf die Bedürfnisse eingehen. Mit einigen Signalen wollen dir eine Tiere schließlich etwas sagen. Damit du dies erkennst und auch weißt, welche Grundlagen du bei der Körpersprache kennen solltest, haben wir eine kleine Liste aufgebaut, in denen du die Körpersprache deiner Bartagamen deutlich besser verstehen kannst.

KörpersignalBedeutungBeschreibung
NickenGeste der DominanzDas Nicken wird dir bei deinen Tieren öfter auffallen. Diese Dominanzgeste machen Bartagamen in Richtung des Rangniedrigeren Tieres, um die Ordnung klarzustellen.
Aufstellen mit der Körperfront (ab und an mit Schwanzschlagen)Geste der DominanzMit dieser Geste zeigt dein Tier ebenfalls Dominanz und möchte mit seiner Körperaufstellung demonstrieren, wer Ranganspruch hat.
WinkenBeschwichtigungDas Winken zeigt bei Bartagamen eine Geste der Beschwichtigung. Die Tiere winken zum Ranghöheren und zeigen damit ihre Unterlegung.
DuckenDemutFühlen sich Bartagamen von Ihrem Gegenüber bedroht oder haben die Befürchtung angegriffen zu werden, ducken sie sich einfach, um einen eventuellen Angriff verhindern zu können.
NackenbissPaarungsverhaltenAuch wenn ein Nackenbiss zwischen den Tieren gefährlich aussieht, ist dies völlig normal. Nicht selten beißt das Männchen dem Weibchen bei der Paarung in den Nacken.
Weite Öffnung des MaulsDrohenDurch das weite Öffnen des Mauls möchte die Bartagame seine Feinde und Angreifer abwehren und ihnen drohen.
Ablecken verschiedener DingeErkundenBartagamen riechen mit ihrer Zunge. Sie lecken verschiedene Dinge ab und überprüfen dadurch die geruchlichen Informationen. Dies nennt man auch Züngeln.

Die Körpersprache der Bartagamen ist jedoch noch viel umfangreicher als die oben genannten Angaben. Damit du deine Bartagame lesen kannst und ihre Körpersprache verstehst brauchst du ein wenig mehr Informationen.

Die Abwehrgesten

Nicht selten schließen die Tiere ihre Augen, um eine Abwehrgeste zu simulieren. Häufig wird genau dieser Teil der Körpersprache von Haltern missverstanden. Viele Halter denken, dass Bartagamen beim Streicheln beispielsweise die Augen schließen, um sich zu entspannen. Dem ist jedoch nicht so. Sollte deine Bartagame die Augen schließen, wenn du sie anfasst oder streichelst solltest du es sofort unterlassen.

Natürlich gibt es noch weitere Gesten, die bei deiner Bartagame auftreten werden. Beispielsweise reißen viele Tiere das Maul weit auf oder beginnen an zu fauchen. Andere wiederum spreizen den Bart ab und vermitteln dadurch ihre Abwehr.

Das Dominanzverhalten

Bei Bartagamen existiert eine soziale Hierarchie. Menschen, die sich bereits mit der Körpersprache ihrer Tiere auskennen werden, dies besonders schnell erkennen. Beispielsweise ist es so, dass die ranghöheren Tiere den anderen das Futter streitig machen. Die ranghöheren Tiere bekommen sogar den schönsten Sonnen- oder eher gesagt Aussichtsplatz im Terrarium.

Wie in der Tabelle bereits beschrieben ist es bei den ranghöheren Tieren der Fall, dass sie dies mit einem Nicken unterstreichen. Auch das Schwanzschlagen kann bereits ein Ausdruck von Dominanz sein.

Kleiner Tipp: Anhand der Farbe der Haus erkennst du bei deinen Tieren genau, wie sie sich derzeit fühlen. Angst und Aggression kannst du durch eine dunkle Färbung erkennen. Beobachte deine Bartagamen genau. Du wirst mit der Zeit ein Gefühl dafür bekommen, was die Farbe der Haut aussagt.

Das Demutsverhalten

Das Winken und Ärmchendrehen zeigt ein Demutsverhalten der Tiere. Sie legen sich sogar sehr flach auf den Boden, um ein ranghöheres Tier zu beschwichtigen. Das Ducken ist dabei eine eher abgeschwächte Form. Manchmal zeigen Bartagamen dieses Verhalten sogar gegenüber ihres Halters.

Das Kämpfen

Als Halters solltest du Kämpfe zwischen deinen Tieren vermeiden. Es kann trotz alledem passieren, dass es zu einem Kampf kommt. Sobald eines deiner Tiere ein Beschwichtigungszeichen von sich gibt ist es meistens soweit. Leider beißen sich die Gegner sehr schnell fest und können die Tiere sehr stark verletzen. Die besiegte Bartagame bleibt in den meisten Fällen völlig regungslos am Boden liegen. Sie wartet solange, bis sie flüchten kann. Dies ist in der freien Wildbahn normal. Im Terrarium stellt sich eine Flucht jedoch als äußerst schwierig heraus.

Die Möglichkeiten sich im Terrarium zurückzuziehen oder zu fliehen sind eher gering. Meistens musst du als Halter selbst eingreifen und die Tiere trennen, und das langfristig. Ist es erst einmal zu einem Kampf zwischen deinen Tieren gekommen, passiert dies mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder.

Das Balzverhalten

Bartagamen nicken nicht nur, um ihre Dominanz zu beweisen, sondern auch beim Balzverhalten. Meistens stellt der Einstieg für das Balzverhalten ein mehrfaches Nicken dar. Der Bart des Männchens färbt sich in der Regel dunkel. Dadurch macht es dem Weibchen klar, dass es nun bereits für die Paarung ist. Die Weibchen erwidern dies häufig mit einem Nicken oder winken mit den Armen. Das Weibchen bleibt ganz ruhig an Ort und Stelle.

Sollte es dazu kommen, dass das Weibchen nicht in Stimmung ist versucht es das Männchen von sich abzuschütteln. Es kann vorkommen, dass es das Männchen sogar mit Bissen oder Schwanzhieben angreift.

Die Weibchen können generell sehr aggressiv werden. Sie schrecken auch nicht vor einem Angriff vor dir selbst zurück. Eher im Gegenteil. Du solltest als Halter jedoch versuchen den Kampf zu beenden und die Tiere für eine gewisse Zeit trennen, damit es nicht zu Verletzungen kommt.

Neben diesen Anzeichen der Körpersprache gibt es weitere Verhaltensweisen, die du hin und wieder bei deinen Tieren beobachten kannst. Interessant ist dabei besonders das Verhalten bei einer Häutung. Steht deine Bartagame kurz vor der Häutung erkennst du dies daran, dass die Haut milchig bis trüb wird. Die Tiere fangen an sich ständig zu kratzen oder an rauen Gegenständen im Terrarium zu schubbern. Es können sogar mehrere Tage vergehen, bis die Häutung bei deinen Tieren abgeschlossen ist. Wenn du möchtest kannst du deinem Tier helfen, in dem du es in lauwarmen Wasser badest und die Haut langsam entfernst.

Dies solltest du vor allem dann machen, wenn sich die Agame nicht komplett von allein häuten konnte.

Passiert es dir auch manchmal, dass dein Tier dauernd an der Scheibe kratzt? Dieses Verhalten ist völlig normal. Deine Bartagamen erkennen nicht, dass es sich um eine durchsichtige Scheiben handelt. Selbst nach vielen Jahren in ihrem Terrarium wissen nicht, dass eine Scheibe sie von dir trennt. Sollte dich dieses Verhalten stören kannst du es unterbinden, in dem du die Scheibe farblich anmalst.

Du wirst, umso länger deine Bartagame bei dir wohnt jedoch schnell erkennen, welche Verhaltensmuster die Tiere an den Tag legen und was deine Tiere dir sagen möchten. Beobachte deine Tiere genau, damit du schon bald die Sprache von ihnen verstehst.

Written by Jenny
Tierliebe und Jenny - gibt es überhaupt einen Satz, der nicht beide Wörter umfasst? Sie blickt auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der Terraristik zurück und besitzt aktuell neben einem frechen Chamäleon einen noch viel frecheren Hund. Und das ist genau perfekt so!