Reptilien und Amphibien als Haustiere – was man zu dem Thema wissen muss

Jeder Terrarianer weiß, dass ihre eigenen Haustiere einfach faszinierend sind. Kaum ein Mensch finden Reptilien uninteressant. Allein ihre Bewegungen, das Leben der Tiere und vor allem die besonderen Charaktere begeistern heute viele Menschen. Diese exotischen Wesen werden von Jahr für Jahr beliebter und daher gerne auch als Haustiere gehalten. Es ist jedoch nicht nur die Optik, die beeindruckt, sondern viel mehr. Menschen, die wenig Zeit haben bekommen mit einem Reptil ein perfektes Haustier. Das soll nun nicht bedeuten, dass du dich nicht täglich um dein Tier kümmern musst. Allerdings nehmen Reptilien deutlich weniger Zeit in Anspruch, wie beispielsweise Hunde oder ein Hamster.

Warum sind Reptilien als Haustiere überhaupt so faszinierend?

Wie schon erwähnt sind Reptilien für dich bestens geeignet, wenn du nicht besonders viel Zeit hast oder nicht täglich rund um die Uhr zuhause sein kannst. Beispielsweise benötigen Hunde und Katzen deutlich mehr Zeit am Tag. Hinzu kommt, dass Reptilien einfach faszinierende Tiere sind. Solltest du mal nicht zuhause sein, beschäftigen Sie sich natürlich mit sich selbst. Sie brauchen nicht einmal Auslauf. Für Reptilien ist es eher mit Stress verbunden, ihr sicheres Terrarium u verlassen.

Reptilien sind einfach die perfekten Tiere zum Beobachten. Genau das ist es, was die meisten Menschen fasziniert. Allein wie sich Schlangen bewegen, Echsen und Chamäleons auf die Jagd gehen oder Bartagamen Winken, wenn sie sich paaren wollen, ist ein Grund genug, um zu benennen, warum uns Menschen Reptilien faszinieren.

Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es?

Einer der wichtigsten Punkte für die Haltung von Reptilien sind die gesetzlichen Bestimmungen und der Artenschutz. Nicht selten kommt es dazu, dass besonders Anfänger Probleme beim Kauf von geschützten Arten haben. Schwierigkeiten ergeben sich besonders, wenn der Verkäufer keinen Herkunftsnachweis anbieten kann. Unvollständige Daten auf diesem können ebenfalls zu Problemen führen. Schließlich musst du dein Reptil in deiner Stadt anmelden. Machst du das nicht und es kommt heraus, dass du Reptilien zuhause hältst, kann es im schlimmsten Fall passieren, dass diese durch die Behörden beschlagnahmt werden.

Es gibt daher einige wichtige Punkte, die du zu dem Thema Artenschutz beachten solltest. Diese möchten wir dir gerne einmal genauer vorstellen:

Vor dem Kauf deines Tieres: Informiere dich vor dem Kauf deines Reptils, ob es zu den geschützten Arten gehört. Du kannst dich dazu gerne auch bei deiner zuständigen Behörde informieren. Außerdem solltest du dich informieren, ob dein Tier einer sogenannten Kennzeichnungspflicht unterliegt. Es ist daher wichtig, dass du auf folgende Nachweise beim Kauf wert legst:
  • Herkunftsnachweis deines Tieres
  • Zuchtbeleg
  • EU-Bescheinigung

Alles Unterlagen solltest du dir geben lassen und in Kopie an deine Behörde senden. Dann stehst du auf der sicheren Seite.

Die Melde- und Nachweispflicht: Grundsätzlich sind alle Arten meldepflichtig oder nachweispflichtig. Das bedeutet für dich, dass du bei Erhalt deines Tieres eine Meldung oder einen Nachweis an die zuständige Behörde in deiner Stadt senden musst. Einige geschützte Arten unterliegen nicht der Meldepflicht, sondern der Nachweispflicht. Dazu zählen beispielsweise die folgenden:
  • Vogelspinnen
  • Grüner Leguan
  • Abgottschlange
  • Axolotl
  • Kaiserboa

Bei diesen Tieren verlangen die Behörden in der Regel einen legalen Herkunftsnachweise.

Weitere Dokumente: Beim Kauf deines Tieres solltest du zusätzlich auf einige weitere Dokumente wert legen, die dir Informationen zu deinem Tier liefern. Dazu gehören unter anderem die folgenden:
  • Kaufvertrag
  • Abgabebescheinigung
  • Nachzuchtbestätigung
  • Einfuhrnummer
  • Registernummer
  • Meldebescheinigung

Auch diese Dokumente gehören mit zu dem Bereich Artenschutz. Nur ein seriöser Züchter kann dir diese Angaben machen und alle Unterlagen geben. Hältst du die gesetzlichen Bestimmungen zu deinem Reptil nicht ein, kann dies Konsequenzen und erhebliche Folgen mit sich bringen.

Welche Reptilien eignen sich am besten für Anfänger?

Reptilien aller Art sind derzeit als Haustiere besonders beliebt. Damit sind nicht nur Geckos oder Echsen gemeint. Im Gegenteil, denn auch Schlangen, Schildkröten, Spinnen, Agamen und Leguane gehören heute mit zu den beliebtesten Reptilien für Anfänger.
Folgende Reptilien sind für Einsteiger ideal geeignet:

  • Bartagamen
  • Leopardgecko
  • Anolis
  • Vogelspinnen (nicht alle Arten)
  • ungiftige Skorpione
  • Gottesanbeterinnen
  • Kornnattern
  • Kaiserboa

Wichtig ist trotz alledem, dass du dich zu der Haltung, der Lebensweise und dem Lebensraum informierst.

Muss ich Reptilien lebendfüttern? Ist das überhaupt erlaubt?

Viele Reptilien werden mit lebenden Futterinsekten, Mäusen oder Ratten gefüttert. Die ist nicht unbekannt und gehört zum normalen Lebensraum vieler Reptilien dazu. Mittlerweile werden sogenannte Futterinsekten sogar dafür gezüchtet, als Lebendfutter verfüttert zu werden. Diese Futtertiere werden in kleinen Plastikboxen verkauft und sind in den meisten Zoofachhandeln frei verkäuflich. Diese Futtertiere bekommst du in der Regel für deine Reptilien angeboten:

  • Heuschrecken
  • Heimchen
  • Mehlwürmer
  • Grillen
  • Wachsmaden
  • Motten
  • Schaben
  • Fliegen

Hierbei handelt es sich um die typischsten Futtertiere, die du deinen Reptilien anbieten kannst. Schlangen fressen natürlich keine Insekten, sondern vielmehr Mäuse oder Ratten.

Du fragst dich bestimmt, ob du deine Haustiere wirklich mit Lebendfutter füttern musst? Diese Frage ist auch mehr als berechtigt. Es gibt viele Reptilienhalter, die sich vor den Futtertieren ekeln oder diese gar nicht erst verfüttern möchten. Diese sollten jedoch bei den meisten Arten auf dem Speiseplan stehen, da dein Tier die Nährstoffe einfach braucht. Du kannst deiner Bartagame beispielsweise auch Salat oder Gemüse anbieten. Jedoch fressen Reptilien auch im natürlichen Lebensraum Grillen und andere Insekten.

Doch ist das Verfüttern von Insekten eigentlich erlaubt? Laut dem Tierschutzgesetz ist die Verfütterung von lebendigen Tieren in Deutschland nicht verboten. Auch in Österreich gibt es keinen Gesetzestext, der das Verfüttern oder Verlaufen von reinen Futtertieren verbietet.

Wichtig ist allerdings, dass auch Futtertiere unter einer artgerechten Haltung leben dürfen. Das nicht nur bei dem Verkäufer selbst, sondern auch bei dir als Käufer. Das bedeutet für dich, dass du auf einen stressfreien Transport und eine gute Handhabung achten musst.

Natürlich besagt das Tierschutzgesetz, dass man keine Wirbeltiere ohne jeglichen Grund töten darf. Jedoch fallen Insekten nicht unter der Rubrik Wirbeltiere, sondern Wirbellose, sodass das Gesetz nicht greift. Du kannst deine Tiere daher ohne Probleme mit Futterinsekten füttern, die du natürlich ordnungsgemäß im Handel kaufst. Du kannst sie sogar zuhause Züchten und dann verfüttern. Dieses Verfahren wird heute von vielen Reptilienhaltern befürwortet, da sie dadurch die Lebensweise der Futterinsekten kontrollieren können und immer frisches Futter für ihre Reptilien zuhause haben.

Sind Salamander und Molche eigentlich Reptilien?

Salamander und Molche sind auf den ersten Blick erst einmal schwer zu unterscheiden. Dies ist nicht verwunderlich, da beide Tiere in ähnlichen Lebensräumen leben. Doch sind Salamander und Molche wirklich Reptilien?

Es gibt mittlerweile wenige Menschen die Reptilien und Amphibien voneinander unterscheiden können. Es ist auch in keinem Fall einfach den Unterschied deutlich zu erkennen. Du musst dir die Tiere schon etwas genauer anschauen, um bestimmen zu können, ob ein Salamander und ein Molch nun den Reptilien oder eben den Amphibien angehören. Es gibt allerdings ein deutliches Merkmal zwischen diesen beiden Arten. Und zwar ist es die Haut der Tiere. Die Haut unterstützt bei Amphibien beispielsweise die Atmung. Erst wenn die Tiere ausgewachsen sind, atmen sie, wie Reptilien auch über die Lunge. Außerdem gibt es einen erheblichen Unterschied bei der Entwicklung der Jungtiere. Bei den Amphibien gibt es Jungtiere immer in ihrem Larvenstadion. Ein gutes Beispiel dafür sind die Kaulquappen bei Fröschen. Diese sehen noch gar nicht aus wie ihre Elterntiere. Reptilien hingegen schlüpfen oftmals aus einem Ei und sehen aus wie die Elternteile, nur eben kleiner. Es gibt aber auch Reptilien, die lebendige Babys auf die Welt bringen. Diese Reptilien nennt man Lebendgebärend.

Generell lassen sich Amphibien in verschiedene Untergruppen unterteilen. Zum einen in die Froschlurche und zum anderen in die Schwanzlurche. Frösche, Unken, Kröten, Molche und auch Salamander zählen dabei zu den Froschlurchen. Das bedeutet, dass Molche und Salamander nicht zu den Reptilien, sondern zu den Amphibien gehören.


Eine Seite wie diese erfordert viel Arbeit, auch hinter den Kulissen. Daher ein großes DANKE für jede Unterstützung!


Written by Jenny
Tierliebe und Jenny - gibt es überhaupt einen Satz, der nicht beide Wörter umfasst? Sie blickt durch ein familiäres Geschäft auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der Terraristik zurück und besitzt aktuell neben einem frechen Chamäleon einen noch viel frecheren Hund. Und das ist genau perfekt so!