Ist der Hund das richtige Haustier für mich?

Für mich hat sich niemals die Frage gestellt, ob der Hund das richtige Haustier für mich wäre. (Oder vielleicht doch eine Katze, oder ein Nager, oder eine Echse, oder, oder…). Denn seit meinem vierten Lebensjahr werde ich von solch treuen Fellnasen durchs Leben begleitet. Der nun älteste Familienhund, ein Shih-tzu, ist im Moment 15 Jahre alt und begleitet mich im wortwörtlichen Sinne bereits mein halbes Leben.

Ach, was haben wir gemeinsam alles durchgemacht, ich bin wahrlich froh um jede Minute, die ich mit ihr gemeinsam verbringen darf.

Cindy

Wenn du alles über Hunde erfahren willst, solltest du neben unseren Ratgebern außerdem noch die Seite hund-als-haustier.de besuchen, um dich richtig auf das Zusammenleben vorzubereiten.

Nun ist aber die emotionale Bindung, die man zu seinem tierischen Freund aufbaut, für jeden Tierliebhaber eine Selbstverständlichkeit. Und vom Nager bis hin zur Echse – ob es nun zwei gemeinsame Jahre sind oder zwanzig, die Freundschaft ist jedes Mal eine ganz besondere. Woran macht man also fest, ob das Haustier – in diesem Fall der Hund – wirklich die richtige Wahl ist? Immerhin übernimmt man bei der Adoption des Tiers eine große Verantwortung. Man begleitet das Tier durch sein gesamtes (oder auch restliches) Leben.

Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir diese Entscheidung von den persönlichen Lebensumständen abhängig machen.

Hast du eine Allergie?

Falls ja, scheitert es für viele bereits an dieser Stelle.

Wer eine Allergie hat, sollte unbedingt davon absehen, einen Hund zu sich nach Hause zu holen, sofern sie asthmatische Beschwerden auslöst. Es wäre eine Unverantwortlichkeit, den Hund trotz bekannter Allergie zu holen, dann festzustellen, dass es doch nicht ganz passt und ihm dann das Herz zu brechen.

Bist du unsicher, ob das bei dir der Fall ist, solltest du dich mal im örtlichen Tierheim erkundigen, ob du die Hunde ausführen darfst oder einfach direkt einen Allergietest machen.

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Menschen, die mit dir im Haushalt leben.

Adoptierst du einen Hund und kommst du daraufhin mit einer Person zusammen, die eine Allergie hast, steckst du in der Zwickmühle. Doch vergiss nicht: Dein Hund ist von dir abhängig, dein Partner nicht. Es wäre egoistisch, den Hund daraufhin abzugeben, denn du stellst seinen Lebensmittelpunkt, seine absolute Bezugsperson dar.

Darfst du überhaupt einen Hund halten?

Neben dem in vielen Bundesländern nötigen Sachkundenachweis (in vielen Bundeländern Pflicht ab 40 Zentimeter Schulternhöhe oder 20 Kilo Körpergewicht) brauchst du in vielen Fällen auch noch die Erlaubnis vom Vermieter, dass du einen Hund bei dir einziehen lassen darfst. Die musst du schriftlich haben und die darf theoretisch auch immer revidiert werden, wenn es zu groben Zwischenfällen kommt. Achte also darauf, dass du dich immer an die Vorgaben hältst; vom Entfernen des Hundekots bis hin zur Leinenpflicht.

Musst du mal umziehen, musst du natürlich auch hier beachten, dass du die am neuen Umzugsort geltenden Vorschriften erfüllst. Erkundige dich zeitnah bei der dafür zuständigen Gemeinde! Natürlich muss das in jedem Fall noch passieren, bevor du den neuen Mietvertrag unterzeichnest.

Hast du Verpflichtungen für andere Tiere?

Ein Hund verträgt sich nicht mit allen Tieren, umgekehrt genauso. So ist es zum Beispiel nicht empfehlenswert, ein Fluchttier wie ein Kaninchen oder einen Vogel zusammen mit einem Jagdtier zu halten. Aber eben auch nur dann, wenn sie es nicht anders kennen. Es gibt zum Beispiel Katzen und Vögel oder andere Kleintiere, die wie beste Freunde miteinander aufwachsen und einander nichts tun.

Wenn du also Verpflichtungen für andere Tiere hast, etwa für den Papagei deiner Großmutter (diese Tiere können 50 Jahre und älter werden!), sollte die Möglichkeit bestehen, dass sich er und der Hund möglichst früh anfreunden. So schaffst du bereits Probleme aus der Welt, die entstehen würden, wenn der Papagei bei dir einziehen muss.

Wie viel Zeit kannst du für dein Tier täglich aufbringen?

Es gibt Studien darüber, dass der Hund schwere Depressionen erleidet, wenn er länger als zwei Stunden am Stück alleine sein muss. Darüber hinaus braucht ein Hund neben Aufmerksamkeit auch Pflege, Auslauf (ausgiebige Spaziergänge, ein Garten zum Toben alleine reicht nicht!) und geistige Förderung.

Möchtest du also einen Hund, ist in dieser besonderen Sache die Frage:

  • Wie viel Zeit hast du jeden Tag, die du rein mit deinem Kaltschnauzer verbringen kannst?
  • Und hast du die Möglichkeit, mehr als einen Hund bei dir aufzunehmen?

Hunde sind äußerst soziale Rudeltiere. Eine reine Einzelhaltung ist eigentlich nur dann kein Problem, wenn immer jemand zu Hause bei ihm ist. Oder wenn es kein Problem für dich ist, ihn mit zur Arbeit zu nehmen. Homeoffice und Selbständigkeit sind natürlich ebenso perfekte Voraussetzungen, was den Zeitfaktor angeht. Flexibler könntest du nämlich kaum sein.

Welche finanziellen Mittel stehen dir zur Verfügung?

Einen Hund artgerecht zu halten kostet im Monat mindestens 110 Euro – und zwar pro Tier.

Zusätzlich musst du auch damit rechnen, dass ein tierärztlicher Eingriff locker mal zwischen 500 und 800 Euro kosten wird, wenn eine Operation erforderlich ist. Gerade im Alter kommen oft große gesundheitliche Beschwerden ins Leben, unsere Cindy bekam die Gebärmutter entnommen und musste einmal wegen einer verletzten Pfote behandelt werden. Ihre Vorgängerin hatte einen Bandscheibenvorfall, allerdings durch einen unglücklichen Unfall, der einfach zu schnell ging, als dass man ihn hätte verhindern können.

Solche Operationen sind nicht leicht zu stemmen und wenngleich man natürlich darauf hofft, dass es gar nicht erst soweit kommt, muss man einfach einen Puffer bereithalten. Darauf verlassen darf man sich jedenfalls nicht, dass der Tierarzt einer Zahlungserleichterung zustimmt, wenn es hart auf hart kommt.

Wie viel Durchsetzungsvermögen hast du?

Abhängig von der Rasse musst du die Erziehung deines Hundes an gewisse Dinge knüpfen.

  • Einem dominanten Hund musst du durch liebevolle Strenge zeigen, dass du das Sagen hast.
  • Manche Rassen, darunter einige Listenhunde, lassen sich nicht richtig erziehen, sondern schenken dir ihre Loyalität, wenn du sie mit Respekt behandelst.
  • Einige kleinere Rassen sind dafür bekannt, entweder sehr stur (hallo Shih-tzu) oder sensibel zu sein, sodass du entsprechend einfühlsam in der Erziehung sein musst.
  • Und dann gibt es da noch Energiebündel, wie die Huskies, die neben speziellem Futter, das ihren Energiebedarf deckt, auch viel Kontrolle brauchen, um nicht zum Wildfang zu mutieren.

Du siehst; nur, weil du dich für den Hund entscheidest, bedeutet das noch lange nicht, dass du sie alle kennst, nur weil du etwas mehr über eine Rasse gelesen hast. Und dann muss man natürlich noch beachten, dass jedes Tier eine eigene Persönlichkeit hat. So gleichen sich oft selbst zwei Hunde derselben Rasse nicht. (Hier spielen natürlich auch noch Hormone und damit z.B. die Kastration eine große Rolle!)

Anders als bei einem Hamster, dem du es in seinem Käfig schön artgerecht einrichtest und den du dann mit Glück handzahm bekommst, wenn er das denn auch mag, hast du also beim Hund einiges an Erziehungsarbeit zu leisten. Mit Schimpfen alleine hat es sich dabei nicht. Du musst dein Tier in- und auswendig kennen, womöglich die Hundeschule mit ihm besuchen und gemeinsam mit ihm trainieren.

Doch den wichtigsten Schritt schaffst du bereits, wenn du verinnerlichst: Es gibt nicht dich und den Hund jeder für sich, sondern euch beide als Team!

Hast du Kinder? Oder willst du welche?

Kinder und Hunde zusammen können eine doppelte Belastung bedeuten. Du musst deine Augen und Ohren überall haben, die Kinder müssen möglichst früh den respektvollen Umgang mit Tieren lernen und der Hund umgekehrt, dass er keinen Grund zur Eifersucht hat.

Wer kann sich in deiner Abwesenheit um den Hund kümmern?

Stell dir vor, du musst mal in eine Tagesklinik. Dann brauchst du, sofern du Kinder hast, nicht nur für die eine Betreuung, sondern auch für den Hund. Während aber zum Beispiel Kinder im Falle der Notwendigkeit in die Tagespflege können (sie kommen tageweise bei einer Pflegefamilie unter, übernachten aber nicht bei diesen), nehmen diese Pflegefamilien nicht automatisch auch einen Hund bei sich auf. Dafür muss natürlich gesorgt sein. Neben speziell buchbarem Pflegepersonal kann das auch ein Verwandter übernehmen.

In den Urlaub kann man den Hund zwar mitnehmen, aber hier musst du natürlich erstens bedenken, ob der Hund das überhaupt will (ja, viele lieben es, mit ihrem Besitzer zu reisen, aber sensible und ängstliche Hunde überhaupt nicht) und ob du den Hund überhaupt mit an den Urlaubsort nehmen darfst.

Wann passt ein Hund sonst noch zu mir?

Mit einem Augenzwinkern aber trotzdem natürlich einem Kernchen Wahrheit sollten auf dich darüber hinaus die folgenden Beschreibungen zutreffen:

  • Du bist kein Stubenhocker.
  • Deine Nerven verlierst du nicht deswegen, weil dir dein Hund die Schuhe zerkaut.
  • Dass es plötzlich kein Kleidungsstück mehr ohne Hundehaare gibt, stört dich nicht.
  • Du bist kreativ in der Lösungsfindung. Zum Beispiel, wenn dein großer Hund so viel wie ein kleines Kalb wiegt und er ein Bad braucht.
  • Wenn du dich mal durch ein spannendes Verhalten deines Hundes in Grund und Boden blamierst, ist dir das egal. (Manche Hunde furzen für ihr Leben gern!)
  • Dein Putzfimmel stört sich nicht an Pfotenabdrücken über frisch gewischtem Boden.
  • Wird dein Hund mal älter und inkontinent, vergisst du nicht, dass du ihn ganz doll lieb hast.
  • Du teilst gerne (auch mal unbeabsichtigt) dein Essen. Aber nicht vergessen: Essensreste sind nichts für den Hund! Lies dir hierzu gern unsere Ernährungsfibel für den Hund durch.
  • Der nervöse Blick deines Hundes, wenn du genau weißt, er hat was angestellt, lässt dich nicht in Panik verfallen.
Written by Barbara
Bereits seit ihrem 4. Lebensjahr wird Barbara von tierischen Freunden durchs Leben begleitet. Durch ihr Zuhause wuseln im Moment zwei Zwergkaninchen in freier Wohnungshaltung. Außerdem lebt stets ein Hamster im Wohnzimmer.