Die häufigsten Fragen rund um die artgerechte Chamäleonhaltung

Leguan, Gecko oder Chamäleon? Welches Tier passt am besten für einen Anfänger?

Leguane und Geckos eignen sich, je nach Art für Terraristik Einsteiger. Chamäleons hingegen sind keine Anfängertiere und sollten demnach nicht in unerfahrene Hände geraten. Wichtig ist bei allen drei Tieren trotz alledem, sich ausführlich über die Haltungsbedingungen zu informieren. Außerdem solltest du dir im Klaren sein, welche Kosten bei der Anschaffung des Tieres und der Gestaltung des Lebensraumes auf dich zu kommen.

Besteht eine Meldepflicht, wenn ich Chamäleons halten will?

Chamäleons gehören den geschützten Arten an, da sie in einem Terrarium gehalten werden müssen. Demnach bist du dazu verpflichtet, dein Chamäleon bei den Behörden zu melden. Und das sobald du es gekauft hast. Dazu musst du bei deiner zuständigen Behörde eine sogenannte Bestandsanzeige machen. Wichtig ist jedoch, dass du niemals deine originalen Papiere versendest, die du beim Kauf deines Chamäleons bekommst. Mache immer Kopien davon und versende sie an die zuständige Behörde.

Wie alt sollte das Chamäleon beim Kauf sein?

In der Regel geben die meisten Züchter ihre Tiere schon ab der 6. Woche ab. In dieser Zeit sind die Tiere allerdings noch sehr empfindlich. Die Meinungen gehen daher stark auseinander. Einige Chamäleon Liebhaber bevorzugen Tiere ab einem Alter von drei Monaten. Die Tiere sind zu dem Zeitpunkt etwas größer und nicht mehr ganz empfindlich. Eine Abgabe nach 6 Wochen ist frühestens möglich.

Müssen Chamäleons als Pärchen gehalten werden?

Diese Frage ist mit einem klaren Nein zu beantworten. Chamäleons sollten besser nicht mit einem Artgenossen zusammengehalten werden, da sie absolute Einzelgänger sind. Natürlich kann man die Tiere in den ersten Lebensmonaten in Gruppen oder als Paare halten. Sobald sie allerdings geschlechtsreif sind muss man sie voneinander trennen. Lediglich in der Paarungszeit werden die Tiere zusammengesetzt, um sich zu vermehren.

Wann wechseln Chamäleons die Farbe?

Chamäleons sind sehr sensible Tiere, die sehr stark auf ihre Umwelt reagieren. Sie ändern die Farbe nicht nur, wenn ein Feind in der Gegend ist, sondern auch bei einem Wetter- oder Temperaturwechsel. Auch mit der Tageszeit ändert sich die Farbe der Tiere und wird von Stunde zu Stunde heller. Ein gutes Beispiel ist die Sonneneinstrahlung. Strahlt die Sonne stark auf das Chamäleon wird es von der Farbe her immer heller, damit das Licht besser reflektieren kann.
Bei kranken oder alten Tieren geht die Farbintensität immer mehr verloren.

Was bedeutet die Farbe meines Chamäleons?

Viele Chamäleons färben sich schwarz, wenn sie Angst haben. Dies ist ein Zeichen der Unterlegenheit. Fühlt sich das Chamäleon gestresst, werden die Farben immer heller. Bei der Werbung um einen potenziellen Partner beispielsweise, färben sich die Tiere besonders bunt und prachtvoll. Man sagt, dass Chamäleons genau dann ihre volle Farbenpracht zeigen.

Muss es unbedingt Lebendfutter sein?

Ja. Die Begründung für diese Antwort ist sogar relativ einfach. Chamäleons sind keine Aasfresser, sondern regelrechte Jäger. Sie müssen ihr Futter jagen, da sie es sonst nicht erkennen. Die kleinen Reptilien erkennen nicht einmal stehende Gewässer. Daher müssen sie das Wasser durch das Besprühen des Terrariums oder mit Hilfe einer Pipette aufnehmen. Wichtig ist, dass du dein Chamäleon abwechslungsreich fütterst und verschiedene Futtertierarten, wie beispielsweise Heuschrecken oder Grillen anbietest.

Welche Luftfeuchtigkeit braucht das Tier?

Die ideale Luftfeuchtigkeit für Chamäleons liegt zwischen 60 und 90 Prozent. Am besten hast du in deinem Terrarium eine Temperatur zwischen 25 und 28 Grad. Chamäleons sind regelrechte Sonnenanbeter, sodass es sinnvoll ist einen Wärmeplatz zu bieten, wo sich dein Tier sonnen kann. Dort kannst du ruhig eine Temperatur von bis zu 40 Grad bieten. Jemenchamäleons, wie auch Pantherchamäleons lieben die Sonne und können stundenlang dort sitzen.

Wie lange muss das Terrarium jeden Tag beleuchtet werden?

Täglich solltest du das Terrarium für dein Chamäleon etwa 12 Stunden beleuchten. Am besten baust du eine Zeitschaltuhr ein, die das Ein- und Ausschalten des Lichtes regelt.
Achte dabei allerdings darauf, dass du deine Spots richtig anbringst. Ein Abstand von etwa 80 cm sollte zwischen der Lampe und dem Tier bereits gegeben sind, da die Terrarien Lampen eine sehr hohe Leistung mitbringen.

Was ist der optimale Standort für mein Terrarium?

Den Standort für dein Terrarium kannst du in der Regel frei wählen. Achte jedoch darauf, dass das Terrarium nicht gerade in einem Durchgangszimmer steht. Dein Chamäleon braucht besonders in den Abendstunden seine Ruhe, sodass Erschütterungen oder ständiges Licht nicht optimal wäre.

Können Chamäleons handzahm werden?

In der Regel gewöhnen sich Chamäleons schnell an ihre Halter. Sie erkennen sie sogar wieder, sodass es sein kann, dass sie handzahm werden. Ob sie ihr Futter jagen oder einfach aus deiner Hand fressen ist den Tieren egal. Du wirst mit der Zeit aber merken, dass dein Chamäleon immer näherkommen wird und gerne aus deiner Hand frisst. Anfangs zieht es sich deutlich mehr zurück. Mit der Zeit gewöhnt es sich an dich und seinen neuen Lebensraum und wird auch wenn er Hunger hat schnell nach vorne an die Scheibe kommen.

Wie oft im Monat muss ich das Terrarium reinigen?

Gerade dieses Thema sorgt bei Terrarianern immer wieder für starke Diskussionen. Empfehlenswert ist es, einmal im Jahr das komplette Terrarium zu reinigen und alle darin enthaltenen Bestandteile zu säubern. Dazu gehört aber auch, den Bodengrund zu säubern.
Es gibt jedoch auch kleine weiße Asseln, die du mit in dein Terrarium geben kannst. Diese sind dazu da, um den Boden vor Kot und anderen Verschmutzungen zu reinigen. Mit einem echten Waldboden gibst du den weißen Asseln einen guten Lebensraum und kannst dir ein selbstreinigendes Terrarium bauen. Achtung: Dieser ist allerdings nur für Baumbewohner möglich und nicht die Regel. Achte trotz alledem auf reine regelmäßige Reinigung der verbauten Utensilien und Pflanzen.

Wohin mit dem Chamäleon, während ich das Terrarium reinige?

Du kannst dein Chamäleon während der Reinigung herausnehmen. Es gibt sogenannte Flexarium, die wie eine Art Terrarium aufgebaut sind, aber aus Netzen bestehen. In diese kannst du einfach eine Pflanze oder einen Ast stellen, sodass sich dein Chamäleon währenddessen dort aufhalten kann.
Ein kleiner Tipp: Du kannst das Flexarium auch für den Sommer nutzen und dein Chamäleon beispielsweise in die Sonne stellen, damit er ein wenig an der Luft ist.

Lassen sich Chamäleons vergesellschaften?

Es ist nicht selten, dass Chamäleon Halter gerne weitere Tiere in ihrem Terrarium halten möchten. Dadurch spart man schließlich Platz und vor allem auch Kosten für neue Technik und ähnliches. Wichtig dabei ist es, dass es sich nicht um einen Fressfeind handelt. Außerdem dürfen nur Arten zusammengehalten werden, die aus dem gleichen Lebensraum stammen. Die Tiere dürfen sich gegenseitig nicht stören. Das bedeutet, dass nachtaktive Tiere nicht gerade der beste Partner für dein Chamäleon sind. Hinzu kommt, dass zu einer solchen Vergesellschaftung sehr viel Erfahrung gehört.
Diese können schließlich nur funktionieren, wenn eine immense Vorbereitung und ein relativer hoher Aufwand betrieben wird. Für Anfänger daher keineswegs geeignet.

Wie lange können Chamäleons allein bleiben?

Generell kannst du dein Chamäleon einige Tage allein lassen. Du solltest jedoch bedenken, dass das Tier täglich Wasser benötigt und alle 3 Tage Futter. Solltest du daher keine Beregnungsanlage eingebaut haben musst du jemanden beauftragen, der deinem Tier Wasser gibt. Bis zu 4 Tage kannst du dein Chamäleon mal allein lassen. Dies sollte allerdings nicht nur Gewohnheit werden. Wirf vorher ausreichend Futter hinein, damit er auf die Jagd gehen kann.

Braucht ein Chamäleon Auslauf?

Auslauf braucht dein Chamäleon in der Regel nicht. Wichtig ist die richtige Größe deines Terrariums. Neben diesem solltest du darauf achten, ausreichend Pflanzen aufzustellen, in dem er sich verstecken und abkühlen kann. Mit mehreren Zweigen, Ästen oder Bambusstäben kannst du gleich mehrere Ebenen in deinem Terrarium bauen, sodass sich dein Tier ausreichend bewegen wird.

Stimmt es, dass Chamäleons ihr eigenes Spiegelbild nicht mögen?

Ja, denn Chamäleon können sich selbst in ihrem Spiegelbild nicht erkennen. Sollte sich dein Chamäleon aufgrund einer fehlenden Rückwand spiegeln wird es denken, dass es sich um einen fremden Artgenossen oder Feind handelt. Dies stresst dein Tier ungemein.

Wie oft im Jahr häutet sich ein Chamäleon?

Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten. Je älter ein Chamäleon ist, desto langsamer häutet es sich auch. Es kann vorkommen, dass sich dein Tier nur ein oder gar zweimal im Jahr häutet. Adulte Tiere beispielsweise häuten sich in der Regel weniger.

Warum häutet sich ein Chamäleon?

Sobald dein Chamäleon wächst tritt auch die Häutungsphase ein. Dies erkennst du bereits einige Zeit vorher, da dein Tier eindeutige Hautveränderungen zeigt und seine Farben immer heller werden. Bei dem Vorgang der Häutung wird die Oberhaut vom Körper des Tieres gelöst und mit einer neuen versehen. In der Regel dauert die Häutung nicht sehr lange.

Woran erkenne ich, dass es meinem Chamäleon nicht gut geht?

Dein Chamäleon wird sich nicht äußern können, wenn es ihm nicht gut geht. Dein Chamäleon reagiert beispielsweise gereizt oder nervös, wenn es Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Ein geringer Appetit kann auch ein Grund sein, zu erkennen, dass es deinem Tier nicht gut geht. Doch auch die Haut kann ein sehr guter Hinweis darauf sein, ob dein Chamäleon krank ist oder nicht. In der Regel haben die Tiere bunte und grelle Farben. Die Haut wird allerdings blass, wenn sich das Chamäleon gestresst fühlt oder es ihm nicht gut geht. Achte daher genau auf das Verhalten deines Tieres und auf die Farben.

Written by Jenny
Tierliebe und Jenny - gibt es überhaupt einen Satz, der nicht beide Wörter umfasst? Sie blickt auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der Terraristik zurück und besitzt aktuell neben einem frechen Chamäleon einen noch viel frecheren Hund. Und das ist genau perfekt so!